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„SCHMUCK SOLL EINEM NICHT WOHLHABEND ERSCHEINEN LASSEN, SONDERN SCHMÜCKEN“ „DESHALB“, SO COCO CHANEL, „HABE ICH IMMER GERNE FALSCHEN SCHMUCK GETRAGEN.“ 
Die Geschichte Des Modeschmucks ist ebenso alt wie die der Menschheit. Laut Wikipedia versteht man darunter Schmuck, der aktuelle Modetrends aufnimmt und dabei preiswert in der Herstellung ist. Als sich im Laufe der Zeit die Fertigkeiten der Schmuckherstellung weiterentwickelten und die Verarbeitung von Edelmetallen und Juwelen erlaubten, verloren die aus günstigen Materialien gefertigten Bijoux an Bedeutung und Echtschmuck rückte in den Fokus der Begierden.

EIN FULMINANTES REVIVAL erlebte Modeschmuck erst wieder im frühen 18. Jahrhundert in dem Opulenz und Luxus aller Art zelebriert wurden. Durch das damals beginnende industrielle Zeitalter entstand erstmals eine breite Mittelklasse, die großen Bedarf an funkelnden Kleinoden für die Repräsentation auf prunkvollen Festen hatte. In dieser Zeit eroberte Georges Frèdèric Strass mit seinen gleichnamigen Strass-Diamanten 1730 Paris und eröffnete damit die große Epoche des Modeschmucks. Diese Simili (Steinersatz) glichen in Glanz und Farbstreuung Diamanten, für den Laien war der Unterschied kaum zu erkennen. Bald darauf war es auch möglich teures Gold und Silber durch verschiedenste Legierungen wie z. B. Kupfer oder durch weichen Stahl zu ersetzen.

Mit der Erfindung einer automatischen Schleifmaschine von Daniel Swarovski war 1892 der endgültige Siegeszug dieser Bijoux oder auch „faux brillant / falscher Glanz“ genannten Schmuckstücke besiegelt - die damals jedoch immer ein Imitat von Echtschmuck waren. Präsentiert wurden sie beim Juwelier direkt neben dem Echtschmuck, sodass der Kunde zwischen echten und unechten Steinen wählen konnte. Um die Jahrhundertwende mit den Stilrichtungen der Art Nouveau und des Art Deco erlangte Modeschmuck erstmal eine eigenständige Form- und Materialsprache und wurde um extravagante, dekorative Modelle Bakelit, Glas und Emaille erweitert. Die originellen Kreationen von Lea Stein, Jakob Bengel sowie die Marken Trifari, Coro, Weiss oder Hollycraft sind heute noch beliebte Sammlerstücke von Vintage Cosume Jewellery Fans.

MODESCHMUCK ist eng mit der Idee der „Demokratisierung“ von Luxus verbunden, als Statussymbol war er damals nicht relevant – bis Coco Chanel in den 1920er Jahren „unechten“ Schmuck passend zu ihren Kollektionen entwarf und ihn so nicht nur salonfähig sondern auch zum zeitgeistigen must-have der Hautevolee machte. Mlle Gabirelle liebte Schmuck leidenschaftlich. Sie trug ihn zu jeder Gelegenheit. Sogar beim Sport verzichtete sie niemals auf edel wirkendes Geschmeide.

ZU PERLEN HATTE MLLE CHANEL EINE GANZ BESONDERE AFFINITÄT. Ganz gleich ob als Echtschmuck oder Fake, Mademoiselle trug sie zu jeder Tageszeit und Gelegenheit: am liebsten jedoch üppig und lässig im mehreren langen Reihen. Ganz in diesem Sinne wurde von ihr auch echter Schmuck mit Modeschmuck kombiniert, wenn dies, perfektem Styling, dienlich war. Die von Ihr kreierten unechten „Costume Jewelleries“ waren Unikate. Sie wurden zu den einzelnen Modellen der Haute Couture Kollektion entworfen und meist mit dem Kleid oder dem Kostüm zusammen verkauft. Bald boomte auch Modeschmuck weltweit, bis durch die Weltwirtschaftskrise 1929 sowohl Echt- als auch Modeschmuck an Bedeutung verlor.

Dank Wirtschaftswunder erlebten die falschen Juwelen in den Nachkriegsjahren wieder eine Hochblüte. Modeschmuck war als Styling Tool essentiell. Dementsprechend vielfältig präsentierten sich die Kollektionen, die von großen, dekorativen Kunststoffkreationen, über konservative Perlenreihen, bis hin zu zierlichen Colliers reichten. Besonders beliebt: Ohrringe, die zum populären Pferdeschwanz und Aufsteckfrisuren funkelnder Blickfang waren.

In den 60er Jahren war Custume Jewellery bereits bei allen Anlässen akzeptiert und ein eigenständiger Look, der sich zu Beginn in Stil und Materialien an die Trends der 20ger Jahre anschloss, bald aber neue innovative Looks und Materialien integrierte. Abseits der Glamourwelt der Reichen und Schönen brodelte es gesellschaftlich. Love & Peace statt Prunk und Protz, östliche Spiritualität & Blumenkinder statt westlicher Luxuskonsum. Dies waren Trends, die auch bis in die späten 70er Jahre anhielten. Passend zur alternativen Lebenseinstellung: Ethnoschmuck aus Lederbändern, Türkisen, textilen oder organischen Materialien wie Holz, Amulette und Symbole wie das Peace Zeichen, sind Identifikationsmerkmale der „Make love, not war“ - Generation. 

Seither ist der Siegeszug von Bijoux unaufhaltbar und gipfelte in den 80er und 90er Jahren mit schrillen Logomania Modellen und Dynasty Galmour. Es gab kaum eine Designermarke die nicht ihre eigene Schmuckkollektion lancierte - als werbewirksames Marken-Kommunikations-Tool mit dekorativ eingearbeiteten Logos. Dekorativer Schmuck hatte speziell im der zweiten Hälfte der Dekade, als die Mode schlichter und die Farben gedeckter wurden einen hohen Stellenwert. Stilistisch reichte die Palette von architektonischen Designs, über klassische Formen und Antik-Designs bis hin zu spirituellen Motiven, allen voran Kreuze – Stilrichtungen, die bis heute noch sehr gefragt sind.

Individualität statt Konformität lautet das Motto des neuen Jahrtausends. Das gilt natürlich auch für Modeschmuck. Größen sowie Stile sind höchst variabel und dem jeweiligen Styling angepasst. Florale Formen, avantgardistisches Design, Symbolschmuck, Sammelschmuck, modulare und erweiterbare Elemente, Farbzirkonia, Diamantimitaten: Die Modernität der Kreationen entsteht durch Kreativität im Detail sowie neuen Verarbeitungstechniken. Bronze- und „aged-“ Looks sowie Roségold Optiken, die sehr lange kaum verwendet wurden gesellten sich zu den Materialklassikern Silber und Gelbgoldoptik.

Die Angebotspalette reicht von witzigen Billigstkreationen aus Plastik über Trend Jewellery aus innovativen Materialien und Designs, bis hin zu hochwertigen Schmuckkreationen und von Künstlern gestalteter, anspruchsvoller Designschmuck – erlaubt ist was gefällt, ganz nach dem Motto der legendären Mlle Chanel. Sie hatte Gefallen an allem, was glänzt und war der Ansicht, dass Schmuck vor allem „ eine Zierde und ein Amüsement“ sein sollte. Parameter, die die aktuellen Modeschmuck Kollektionen perfekt erfüllen.

Louis Vuitton
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