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AUF TUCHFÜHLUNG

BEDRUCKTE SEIDENTÜCHER, EINST AUSDRUCK GEPFLEGTER BIEDERKEIT, ERLEBEN JETZT EIN TRENDREVIVAL


Wir alle kennen den klassischen Look, der uns seit den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts gnadenlos begleitet: Blazer, Top – oder noch besser Bluse und als dekorativer Farbtupfer ein seidenes Halstuch mit bunten Prints. Zeitlos, unverbindlich, gediegen, aber ebenso langweilig war er perfekt für die betuchte, konservative Dame 40+.

RETRO STYLES
In den 80er- und 90er-Jahren wurde der Biederlook schon einmal modisch revolutioniert. Anstatt um den Hals trug man die Tüchleins als Top oder verarbeitete sie zu Blusen, Kleidern oder Röcken. Insbesondere Versace, aber auch Hermès und sogar das Enfant Terrible der Fashionszene, Jean Paul Gaultier, ließen sich von den klassischen Tuchprints und Stoffen inspirieren und verarbeiteten sie zu heiß begehrten Trendpieces. Doch der Hype war bald wieder vorbei. Im Zuge des modischen Comebacks dieser Jahrzehnte ist er nun aus dem Dornröschenschlaf erwacht und wieder voll da. Etliche Designer präsentierten bereits in der Wintersaison 2017 auffallend viele Seidentücher, 2018 zählen sie zu den absoluten Must-haves.

FULMINANTE FOULARDS
Mit dem ursprünglichen, klassischen Look haben die Trendtücher jedoch recht wenig gemein. Zwar trägt Frau sie unter anderem immer noch in verschiedensten Wickelvarianten um den Hals, jetzt aber in Kombination mit extravaganten oder avantgardistischen Stylings, um dem Auftritt eine zeitgemäße Optik zu verleihen. Auch die Prints finden sich wie damals auf seidenen, fließenden Outfits etlicher Designer in den Sommerkollektionen wieder. Der neueste Trend ist jedoch, sie lässig als dekorative Applikationen oder Accessoires zu gebrauchen.

PIMP YOUR LOOK
So werden die Halstücher, beispielsweise quer gewickelt, anstatt eines Gürtels eingesetzt oder als exaltierte Kopfbedeckung entweder turbanartig drapiert, als Piratentuch geknüpft oder auch zu einem Haarband umfunktioniert. Ebenfalls trés chic: Sie dünn zu rollen, mittig mit einem Knoten zu versehen und statt Trageriemen an die Tasche zu binden. Alternativ kann das Tuch auch um bestehende Henkel oder Träger gewickelt werden. Apropos Tasche: Wo früher ein lustiges Gadget baumelte, gehört ab sofort stattdessen ein Seidentuch hin; der Klassiker hierfür ist das Hermès-Miniformat Twilly, das auch Namensgeber der neuesten Duftkreation des französischen Luxuslabels ist und dessen Größe es auch erlaubt, anstatt eines Armreifs eingesetzt zu werden. Aber auch an allen möglichen anderen Stellen flattern die Seiden-Carrés und Bänder herum: Am Hosenbund oder Zöpfen, befestigt, als XXL-Variante lose über die Schulter geworfen, oder – ganz kreativ – aus mehreren zusammengeknüpften oder gewickelten Tüchern ein ganzes Top, einen Rock oder ein Kleid zu gestalten. Und wer Sustainability-Fan ist, überfärbt seinen alten Seidenfoulard einfach in einer Trendnuance – wie es die Hermès-Matic Pop-up-Stores vorzeigten.

Louis Vuitton