Fashion Herren

MÄNNER MACHEN MODE

TRENDKARUSSELL

Trendkarussell  – Wer nicht achtgibt fliegt raus – na endlich!

Es dreht und dreht sich immer schneller und schneller. Das Momentum nimmt zu und der Mann als homo galbinati (latein: modisch gekleideter Mensch) ist kaum mehr fähig zu überblicken, welcher Trend gerade angesagt ist und welcher schon wieder als out gilt. Einen guten Aspekt hat diese Dynamik aber, „Mann“ kann kaum etwas falsch machen, denn den Durchblick hat sowieso niemand. Wo stehen wir jetzt? Nach Me^trosexual und Lumbersexual, wir erinnern uns, das waren die, die aussahen wie die Helden aus dem Wald, aber eine Angel nicht von einer Winchester unterscheiden können, stellt sich nun die Frage: „Was kommt als nächstes?“

Es herrscht ein bisschen Ratlosigkeit: Langes oder kurzes Haar, feminin oder maskulin, Bart oder bartlos, körpernahe oder weite Silhoutten uns so weiter – nun die Lösung des Rätsels liegt vielleicht darin, dass uns die Geschwindigkeit des Trendkarussells bewusst aus der Bahn wirft um die „Alles-ist-erlaubt-Bühne“ frei zu machen, damit wir uns ohne Vorgaben frei auf uns selbst fokussieren können. Damit kommen die Vorgaben nicht mehr von außen, aus Magazinen oder von Trendgurus, sondern jeder Mann kann die Chance wahrnehmen seinen eigenen individuellen Stil zu entwickeln. Sicher nicht einfach, dazu müssen wir uns erst damit beschäftigen wer wir sind, um im nächsten Schritt jenen Mann zu entwickeln, der wir sein könnten oder wollen. Aber wer sagt, dass der richtige Weg immer der einfachste ist.

Genderlose Looks: Um vielleicht einige Anregungen und Orientierung zu geben zeigen die Designer für Herrn neben femininen Details wie Volants, Rüschen, Blumen den Mann als Bohemien oder Landlord. Verbunden damit eine breite Varianz an Schmuck, Ringen, Armbänder Halsketten – auch mit Farbsteinen und als Broschen beziehungsweis Badges.

Retromania: Die Schnitte werden tendenziell wieder weiter, teilweise auch in Anlehnung an die Anzüge der 30iger Jahre, weitere Schultern und Hosen. Die Flatterhosen, ursprünglich auch Arbeitshosen oder im Englischen als „Slacks“ bezeichnet, erobern Schritt für Schritt das Straßenbild. Die Slack-Hose hat einen geraden Schnitt und ist meist mit Bügelfalten versehen, eine bekannte Variante aus den 80er Jahren ist die Cargo Hose. Beliebt sind Wollstoffe oder auch Vintage-Jeans-Varianten. Alternativ sieht man aber auch sehr schmale, kürzere Hosen, fast in Hochwasseroptik mit eng geschnittener Weste. Wer seine alten Gilets und ärmellosen Strickwesten wieder auspacken möchte, liegt genau richtig, diese sind wieder im Kommen und zwar beim klassischen Anzug ebenso, wie im Casual Bereich.

Hightech Materialien: Bei den Materialien dominieren Hightech-Stoffe, denen man aber ihre Features nicht ansieht oder Beschichtungen, die klassischen Stoffen Hightech-Eigenschaften verpassen. Damit sind neue Optiken und atmungsaktive, futuristische Tragequalitäten möglich. Egal ob Hemden, Anzüge oder Hosen um die Passform und die Bequemlichkeit zu optimieren wird aus Stretch-Eigenschaften Wert gelegt, es gibt aktuell kaum ein Modeteil ohne Bi-Stretch oder Hyperflex. Oft versteckt aber nicht minder wichtig, sind Funktionsdetails wie Taschen für Handy, Schlüssel, intelligente Verschlüsse, die unauffällig, manches einfacher machen.

Sportswear Revival: Last but not least“ muss sich auch der Mann auf „Athleisure“ vorbereiten. Das Wort setzt sich aus den Begriffen „Athletics“ und „Leisure“ zusammen und bezeichnet eine Art von Kleidung, die für den Sport entwickelt wurde, aber im Alltag oder in der Freizeit getragen wird. „Athleisure“ ist kurz gesagt: Sportkleidung für nicht-sportliche Aktivitäten, für alle die es gerne bequem haben wollen - die 80er Jahre lassen grüßen!

Nun denn, „Mann“ hat es nicht leicht, aber wer sein Selbst kennt, sollte keine Probleme haben seinen Stil zu kreieren und zu leben.

Kollektion Rêve by Tiberius/ Fotos: Isabella Abel