Verhüllung ist Verheißung

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„Verhüllung ist Verheißung“

... sagte der Verpackungskünstler Christo Wladimirow Jawaschew, der durch die Verhüllung des Berliner Reichstages bekannt und weltberühmt wurde. Verpacken war sein Metier und seine Leidenschaft.

Im Advent lachen uns in Schaufenstern, Hochglanzmagazinen und Geschäften hübsche Weihnachtspackerl entgegen - als Dekoration und natürlich als Animation um uns in Schenklaune zu bringen. Ich bin sehr ästhetisch-sinnlich orientiert und liebe das Öffnen von akkurat und hübsch verpackten Präsenten - quasi zu zelebrieren. Es ist wundervoll, schimmernde, glatte Seidenschleifen durch meine Finger gleiten zu spüren, edle, vielleicht sogar erhabene oder strukturierte Muster auf dem Geschenkpapier zu sehen und zu fühlen. Der luxuriöse Glanz von goldenen oder silbernen Details, raffinierte Schmückungen und Applikationen bedeuten Genuss pur. Das Ritual, vorfreudig die Verhüllung der Überraschung zu entblättern bis sich letztendlich das Geschenk offenbart, ist wunderbar.

Freilich, nachhaltig ist dies nicht und die Tonnen Müll die dadurch entstehen sowie die Vergeudung von Ressourcen sind nicht lobenswert. Mein Mann hatte die grandiose Idee dem Verpackungswahn entgegenzuwirken indem er große Stoff-Geschenksäcke für unsere Kinder fertigen ließ. Das hatte darüber hinaus auch den Vorteil, dass das aufwendige, stundenlange Einpacken am Vorabend der stillen und heiligen Nacht auf ein Minimum reduziert wurde – und unsere lieben "Kleinen" wollten eh nur schnellstmöglich wissen, was sie bekommen haben. Meine eigenen Geschenke möchte ich jedoch schön verpackt und nicht alljährlich im gleichen Sackerl präsentiert bekommen.

Ich habe eine tolle Lösung gefunden. Als Journalistin erhalte ich oft Testmuster, zumeist in hübschen Kartons verpackt und auch beim Shoppen fallen immer wieder schicke Tüten und Schachteln ab, die viel zu schön zum Wegwerfen sind. Ich sammle sie – so habe ich bei Bedarf passende Behältnisse für diverse Geschenke. Etwaige Markennamen werden mit alten Geschenkpapierresten oder persönlichen Widmungen überklebt, alte Schleifen aufgebügelt und wiederverwendet. Wenn ich es schaffe, meine Weihnachts- und Geburtstagsgeschenkpäckchen ganz sorgsam zu öffnen, kann ich sogar das Papier wieder verwenden. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern ermöglicht auch ganz individuelle Verpackungen. Vielleicht probiert ihr das ja auch mal aus!

Eure

Irmie Schüch-Schamburek

 

  • (c) Tamara Comolli
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